Elfte Stunde - 20. Dezember 2006
In dieser Stunde war ein neuer Besucher bei uns anwesend. Der Junge wurde von einer meiner ehemaligen Deutschlehrerinnen an mich weiterempfohlen und ich freute mich sehr, nun nicht nur Mädchen in meiner Gruppe zu haben.
Zur Einstimmung nahmen wir uns heute folgende Schreibaufgabe vor:
Mini-Münchhausen
Kurzprosa
Dauer: 45 Minuten
Beschreibung des Spiels
Redewendungen, zum Beispiel „schneidende Kälte“ oder „es regnet Bindfäden“, werden wörtlich genommen und daraus eine Lügengeschichte à la Münchhausen gefolgert:
Einer beginnt die Geschichte zu einer ausgewählten Redewendung und reicht den Zettel nach zwei Sätzen seinem Nachbarn zum Weiterschreiben. Dabei gelten folgende Regeln:
- jede Geschichte sollte auf 12 Sätze (=Gruppen von je sechs Mitspielern) beschränkt sein.
- Erzählt wird in der Ich-Form
- Wichtig sind die plots (knifflige Situationen, die der Nachbar dann lösen und für den nächsten Mitspieler neu schaffen muss).
Kommentar
Beispiele für Redewendungen werden in „Metamorphosen“ gegeben. Der Reiz der Münchhausiade liegt nicht nur darin, Sprache wörtlich zu nehmen und sich damit bewusster zu machen, sondern auch darin, Metaphern und Vergleich fabulierend so weiterzuentwickeln und so maßlos zu übertreiben, dass „realistische“ Lösungen für die Mitspieler schwierig werden.
Ich änderte die Vorlage aus der Musenkussmischmaschine ein wenig.
Zuerst fing ich damit an, dass jeder sich ein paar Sprichwörter in den Sinn rufen musste. Nach einer Bedenkzeit sammelten wir sie an der Tafel. Dazu ließ ich zwei der Schülerinnen an die Tafel kommen, damit wir die Vorschläge schriftlich für alle festhalten konnten.
„Lügen haben kurze Beine“
„Morgenstund hat Gold im Mund“
„Steter Tropfen höhlt den Stein“
Bald hatten wir die ganze Tafel voll. Danach sagte ich, dass jeder sich eins auswählen solle, um daraus dann eine Lügengeschichte zu entwickeln oder einfach nur aufzuschreiben, in welcher Situation dieses Sprichwort entstanden ist.
Am besten gefiel mir die Idee von Lisa, die „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ gewählt hatte.
In ihrer Geschichte beschrieb sie ein Mädchen in einem Märchenschloss. Das Mädchen hatte einen ganz außergewöhnlichen Namen. Eines Tages wurde das Schloss von fremden Raubrittern überfallen, die das Gold rauben und alle ermorden wollten. Schließlich fand ein Ritter das Mädchen und schleifte sie vor den Anführer. Sie musste ihren Namen nennen und der Raubritter stutzte, da ihr Name in seiner Sprache „Hoffnung“ bedeutete. Grimmig sagte er dann zu ihr: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Ich fand es richtig gut, dass die Hoffnung von ihr personifiziert und in eine für uns fremde Zeit zurückversetzt wurde.
Zum Schluss nahmen wir die Rolle von strengen Jury-Mitgliedern auf und beurteilten die eingesandten Texte von unserem Schreibwettbewerb.
Wir hatten ein Gedicht aus der fünften Klasse und zwei Kurzgeschichten aus der achten Klasse. Wir beschlossen, dass die 5.-Klässlerin einen Sonderpreis bekommen würde.
Danach bewerteten wir die beiden Kurzgeschichten und legten den ersten und den zweiten Platz fest. Alle drei bekamen mit ihren Zeugnissen einen Monat später Urkunden und einen Buchgutschein.
Zur Einstimmung nahmen wir uns heute folgende Schreibaufgabe vor:
Mini-Münchhausen
Kurzprosa
Dauer: 45 Minuten
Beschreibung des Spiels
Redewendungen, zum Beispiel „schneidende Kälte“ oder „es regnet Bindfäden“, werden wörtlich genommen und daraus eine Lügengeschichte à la Münchhausen gefolgert:
Einer beginnt die Geschichte zu einer ausgewählten Redewendung und reicht den Zettel nach zwei Sätzen seinem Nachbarn zum Weiterschreiben. Dabei gelten folgende Regeln:
- jede Geschichte sollte auf 12 Sätze (=Gruppen von je sechs Mitspielern) beschränkt sein.
- Erzählt wird in der Ich-Form
- Wichtig sind die plots (knifflige Situationen, die der Nachbar dann lösen und für den nächsten Mitspieler neu schaffen muss).
Kommentar
Beispiele für Redewendungen werden in „Metamorphosen“ gegeben. Der Reiz der Münchhausiade liegt nicht nur darin, Sprache wörtlich zu nehmen und sich damit bewusster zu machen, sondern auch darin, Metaphern und Vergleich fabulierend so weiterzuentwickeln und so maßlos zu übertreiben, dass „realistische“ Lösungen für die Mitspieler schwierig werden.
Ich änderte die Vorlage aus der Musenkussmischmaschine ein wenig.
Zuerst fing ich damit an, dass jeder sich ein paar Sprichwörter in den Sinn rufen musste. Nach einer Bedenkzeit sammelten wir sie an der Tafel. Dazu ließ ich zwei der Schülerinnen an die Tafel kommen, damit wir die Vorschläge schriftlich für alle festhalten konnten.
„Lügen haben kurze Beine“
„Morgenstund hat Gold im Mund“
„Steter Tropfen höhlt den Stein“
Bald hatten wir die ganze Tafel voll. Danach sagte ich, dass jeder sich eins auswählen solle, um daraus dann eine Lügengeschichte zu entwickeln oder einfach nur aufzuschreiben, in welcher Situation dieses Sprichwort entstanden ist.
Am besten gefiel mir die Idee von Lisa, die „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ gewählt hatte.
In ihrer Geschichte beschrieb sie ein Mädchen in einem Märchenschloss. Das Mädchen hatte einen ganz außergewöhnlichen Namen. Eines Tages wurde das Schloss von fremden Raubrittern überfallen, die das Gold rauben und alle ermorden wollten. Schließlich fand ein Ritter das Mädchen und schleifte sie vor den Anführer. Sie musste ihren Namen nennen und der Raubritter stutzte, da ihr Name in seiner Sprache „Hoffnung“ bedeutete. Grimmig sagte er dann zu ihr: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Ich fand es richtig gut, dass die Hoffnung von ihr personifiziert und in eine für uns fremde Zeit zurückversetzt wurde.
Zum Schluss nahmen wir die Rolle von strengen Jury-Mitgliedern auf und beurteilten die eingesandten Texte von unserem Schreibwettbewerb.
Wir hatten ein Gedicht aus der fünften Klasse und zwei Kurzgeschichten aus der achten Klasse. Wir beschlossen, dass die 5.-Klässlerin einen Sonderpreis bekommen würde.
Danach bewerteten wir die beiden Kurzgeschichten und legten den ersten und den zweiten Platz fest. Alle drei bekamen mit ihren Zeugnissen einen Monat später Urkunden und einen Buchgutschein.

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